Krankenhäuser und Reha-Kliniken bieten mit ihrem ganzjährig überdurchschnittlich hohen Bedarf an Wärme und Strom ideale Voraussetzungen für den Einsatz von Blockheizkraftwerke (BHKW). Diese eröffnen für jedes Krankenhaus  ein enormes Potenzial zur Senkung des Energieverbrauchs und der Energiekosten, eines der größten Ausgabenblöcke. 

Die Tagung spricht in erster Linie die für Energieversorgung verantwortlichen Mitarbeiter von Krankenhäusern sowie Anbieter von KWK-Anlagen und –Dienstleistungen an, ist aber auch für einschlägig aktive Planer, Energieversorger und Energiedienstleister interessant.

In der Mittagspause besteht die Möglichkeit zur Besichtigung des Blockheizkraftwerks in der Karl-Jaspers-Klinik, wo auch die Tagung stattfindet.

Das Programm wird ca. Mitte Juni veröffentlicht.

Es besteht die Möglichkeit zur Firmenpräsentation im Pausenbereich gegen einen Sponsorenbeitrag.  Bitte setzen Sie sich bei Interesse mit uns in verbindun.

Biogas – Für die Zukunft gerüstet: Infotag zu Flexibilisierung und Wärmenetzen, 19.05.2016 in Schwerin

Das Zusammenspiel zwischen der wetterabhängigen Stromerzeugung aus Wind und Solar einerseits und steuerbarer Erzeugung aus Bioenergie andererseits wird immer wichtiger.

Dadurch entstehen ganz neue Herausforderungen bei Anlagenbetrieb und Stromvermarktung - aber auch neue, attraktive Ertragschancen für Anlagenbetreiber, BHKW-Hersteller und  Dienstleister mit spezialisiertem Knowhow.  

Der bisher übliche Bandbetrieb von Anlagen wird künftig ersetzt durch eine flexible Fahrweise nach Strommarkt abhängigen Fahrplänen. EEG und Strommarkt bieten dafür bisher unterschätzte Ertragspotenziale. Und auch intelligente Wärmekonzepte gewinnen für die effiziente und wirtschaftliche Biogasverwertung  an Gewicht.

⇒ zum Programm

⇒ zum Angebot zur Ausstellung/ Sponsoring

 

 

27.02.2015

Koblenzer Appell zur KWK-Politik

Am 24./25.02.2015 fand im Hause der Energieversorgung Mittelrhein in Koblenz eine Fachtagung des B.KWK in Kooperation mit dem VKU und der Energieagentur Rheinland-Pfalz zum Thema KWK bei lokalen und regionalen Energieversorgern statt. Teilnehmer waren neben den Veranstaltern Fachleute aus EVU, KWK-Anlagenherstellern, Energiedienstleistungsunternehmen, Ingenieurbüros, Beratungsbüros, Rechtsanwaltskanzleien und wissenschaftlichen Instituten.

Am Morgen des 24.2. hatte die Rheinische Post über eine „Erwägung“ von Wirtschaftsminister Gabriel berichtet, mit der anstehenden Novellierung des KWKG das maximale Fördervolumen von jährlich 750 Millionen Euro für  Bestandsanlagen zu reservieren und die Förderung neuer Anlagen zu beenden siehe ⇒.

In einer Podiumsdiskussion am gestrigen Nachmittag unter Einbezug aller Teilnehmer wurde einvernehmlich herausgearbeitet, dass

  • eine tatsächliche Umsetzung dieser „Erwägung“ das Ende des seit 2002 politisch gewollten und unterstützten KWK-Ausbaues in Deutschland bedeuten würde;
  • damit ein wesentliches, bisher unterschätztes Element einer aktiven Klimaschutzpolitik aufgegeben würde;
  • somit die Energiewende insgesamt in Frage gestellt würde;
  • bereits die Veröffentlichung dieser „Erwägung“ eine enorme Verunsicherung tausender Unternehmen in den Bereichen Anlagenherstellung, Anlagenbetrieb, Planung, Beratung und Installation bewirkt hat;
  • der hohe Stellenwert verlässlicher politischer Rahmenbedingungen für den Erfolg der Energiewende offenbar auf der politischen Ebene verkannt oder unterschätzt wird;
  • jetzt eine umgehende und nachdrückliche, gebündelte Willensbekundung aller tangierten Branchen gegenüber der Politik notwendig ist, dass an dem noch in der Koalitionsvereinbarung bestätigten KWK-Ausbauziel von 25 % an der Nettostromerzeugung bis 2020 festgehalten wird und die dazu erforderlichen Maßnahmen mit der KWKG-Novelle umgesetzt werden.

Die Unterzeichner dieser Resolution richten an alle Verbände, von denen viele Mitglieder im Vertrauen auf den im jetzigen KWKG  deklarierten KWK-Ausbau ihre Unternehmensentscheidungen darauf ausgerichtet und Investitionen in Fachpersonal, Fortbildung und Anlagen getätigt haben, folgenden

Appell

Wir bitten die Führungspersonen in den tangierten Verbänden,umgehend gemeinsame Eckpunkte einer KWKG-Novelle zu formulieren, die auf das Erreichen des 25%-Ziels und einen Ausbau in allen Einsatzbereichen des Wärmemarktes ausgerichtet sind.

Die Verbandsvorstände werden gebeten sicherzustellen, dass Branchen spezifische Einzelinteressen im Interesse einer gebündelten, klaren Willensbekundung an Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Öffentlichkeit in den Hintergrund treten.

Wir sind der Meinung, dass nur über eine solche gebündelte Willensbekundung das drohende Ende des KWK-Ausbaues in Deutschland verhindert werden kann.

→ Die Unterzeichner


02.01.2015

Vortrag auf Jahrestagung BHKW-Forum: KWK-Roadmap als Teil des EU-Projektes CODE2

Mein 40 minütiger Vortrag am 24.11.2014 auf dem Kongress des BHKW-Forums in Wuppertal: https://www.youtube.com/watch?v=QlinZaGdL5M.   

11.12.2014

CODE2 Final dissemination Workshop in Brüssel

Am 11.12.2014 präsentierte das CODE2-Team nach zweieinhalb Jahren Laufzeit in einem Final Dissemination Workshop in Brüssel die Ergebnisse des CODE2-Projekts. Einer der Ehrengäste unter den 50 Teilnehmern war neben Vertrtern von Kommission und Parlament auch Wolfgang Müller vom Deutschen Bundesumweltminsterium.

Dr. Fiona Riddoch, General Manger von Cogen Europe, fasste die Ergebnisse der insgesamt 27 nationalen KWK-Roadmaps zusammen: durch die Umsetzung der in Kooperation mit KWK-Experten aus den jeweiligen ländern erarbeiteten KWK-Fahrpläne könnte der KWK-Anteil an der Stromerzeugung in der EU bis 2030 von derzeit 11 % auf 20 % steigen. Dabei würden in Abhängigkeit u.a. von den eingesetzen KWK-Brennstoffen jährlich ca. 200 bis 300 Millionen Tonnen CO2 eingespart .

Adi Golbach, der im Team für die Roadmaps in Deutschland, Finnland, Dänemark, Schweden und Österreich verantwortlich war, gab eine Präsentation über Flexibility options of CHP: bringing together renewable energies and efficiency . Er zeigte, dass KWK mit ihren Flexibilitätsmöglichkeiten die ideale Ergänzung zu den flukuierenden erneuerbaren Energien ist. 

Alle Präsentationen auf dem Workshop.

Das Projekt-Team beim letzten Projekt-Meeting

 

 

04.12.2014

CODE2-Projekt erfolgreich abgeschlossen - 27 KWK-Roadmaps veröffentlicht

Das CODE2-Projekt (siehe letzter Artikel sowie www.code2-project.eu) wird Ende des Jahres nach zweieinhalbjähriger Laufzeit planmäßig abgeschlossen. Für alle EU-Mitliedsländer und die EU insgesamt wurden KWK-Roadmaps im Dialog mit nationalen Fachleuten erarbeitet. Außerdem wurden ein Leitfaden für KWK-Realisierung in kleinen und mittleren Unternehmen ("How-to-guide")  sowie Potenzialanalysen für Bioenergie-KWK und Mikro-KWK erstellt.

In der Roadmap für Deutschland wird als Ziel eine annähernde Verdopplung des KWK-Stroms bis 2030 auf dann 185 Terawattstunden vorgeschlagen.  Durch die damit verbundene Kombination von Technologie- und Brennstoffwechsel könnten im Jahr 2030 über 100 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen jährlich eingespart werden, entsprechend 12 bis 14 % der derzeitigen Gesamtemissionen. 

Zu den für Deutschland entwickelten Vorschlägen gehören unter anderem:

  • Zusätzliche Anreize für KWK im Rahmen der anstehenden Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes unter Würdigung des Beitrags zu Versorgungssicherheit und Flexibilität;
  • Aktivierung der Städte und Gemeinden; Verpflichtung zur Durchführung von Wärme-Versorgungskonzepten auf Basis zentral bereitgestellter, vereinfachter Standardsoftware.
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für KWK-Projekte mittels Energie-Contracting, z.B. durch die Gleichstellung mit der Eigenerzeugung,
  • Langfristig angelegte Informationskampagne über KWK mit dem Ziel, die KWK als eine Schlüsseltechnologie für effiziente Wärmeerzeugung allgemein bewusst zu machen.

KWK kommt U.G. als der für die EU-Nordregion zuständiger Projektpartner hat außer für Deutschland auch Roadmaps für Dänemark, Finnland, Österreich und Schweden erarbeitet, immer in Konsultation von Experten aus den jeweiligen Ländern. Überall bestehen noch zum Teil erhebliche Ausbaupotenziale, bemerkenswerter Weise sogar bei "KWK-Weltmeister" Dänemark.

Die Pressemeldungen zu den "Nord-Ländern" können hier heruntergeladen werden, die Roadmaps hier

Die Ergebnisse des Projekts werden am 11. Dezember 2014 in Brüssel auf einem öffentlichen Workshop präsentiert.

30.09.2014

Interview on the German CHP roadmap

On 25 September Adi Golbach gave a 5 min. interview in the Cogeneration Channel about the CODE2 project and the CHP roadmap for Germany.

23.11.2013

KWK-Roadmap für Deutschland zielt auf ein Drittel KWK-Stromanteil bis 2030

Eine in der ZfK 11.2013 veröffentlichte kürzere Fassung kann hier heruntergeladen werden.

Eine ausführlichere Darstellung mit Grafiken im Heizungsjournal 1-2/2014.

English presentation at COGEN Europe Annual Conference, 4 April 2014 in Brussels.

1000 Terawattstunden Nutzwärme pro Jahr

... könnten in der EU zusätzlich bei der Stromerzeugung gewonnen werden, wenn die von den Regierungen an die EU-Kommission gemeldeten wirtschaftlichen KWK-Potenziale  der Mitgliedsländer umgesetzt würden.  Die Verwirklichung des damit möglichen zusätzlichen KWK-Strompotenzials  von 455 TWh/a bzw. 122 GW  an elektrischer Leistung  will der Europäische KWK-Verband COGEN Europe, unterstützt durch die EU-Kommission,  mit einem ehrgeizigen Projekt bis Ende 2014 auf den Weg bringen. Der Name  CODE2 steht für „Cogeneration Observatory and Dissemination“ Europe - Beobachtung und Verbreitung der KWK in Europa. Die Ziffer 2 zeigt, dass es sich um ein Folgeprojekt handelt. In CODE war es um die Erfassung  und Bewertung der nationalen Potenzialberichte gegangen, die im Zuge der EU-KWK-Richtlinie von 2004 von den Regierungen in Brüssel abgeliefert werden mussten.

Acht Projektpartner aus ganz Europa arbeiten seit Mitte 2012 an der Entwicklung von nationalen KWK-Roadmaps für alle EU-Mitgliedsländer. Zusätzlich sollen die vorliegenden Potenzialanalysen um Studien zu Bioenergie- und Mikro-KWK ergänzt werden. Für Deutschland beteiligt sind die Berliner Energieagentur und das vom Verfasser geführte Beratungsbüro „KWK kommt UG“, das Feder führend ist bei der Entwicklung von Roadmaps für Deutschland, die  Skandinavischen Ländern und Österreich.  

Expertenworkshop erörtert Roadmap-Entwurf

Am 9. September trafen sich im Bundesumweltministerium 30 Vertreter aus Bundes- und Landesministerien, Verbänden, Unternehmen und Wissenschaft zu einem Expertenworkshop. Gegenstand war der als vorläufiges Ergebnis einer Vielzahl von Diskussionen und Experteninterviews vom Verfasser dieses Artikels präsentierte Entwurf einer KWK-Roadmap für Deutschland. Deren Leitfragen sind: was sind die Potenziale und Hemmnisse, wie kann man letztere beseitigen und was sollte sonst noch geschehen, um die KWK-Potenziale umzusetzen?

In dem Bericht der Bundesregierung an die EU-Kommission von 2007 war, gestützt auf ein Gutachten, ein wirtschaftlich möglicher KWK-Stromanteil von 57% an der Stromerzeugung ausgewiesen worden. In Anbetracht dessen nimmt sich das Ziel des Roadmap-Entwurfs, den KWK-Stromanteil von derzeit  ca. 16% bis 2030 auf ca. ein Drittel zu steigern, geradezu bescheiden aus. Dies wäre auch kompatibel mit dem Ziel der Energiewende, bis 2030 den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien  auf 50% zu erhöhen, zumal 30% der KWK-Brennstoffe bis dahin aus nachhaltig gewonnener Biomasse stammen sollen. Um diesen Bioanteil an KWK-Strom zu erreichen, ist es erforderlich, dass die Bioenergie einen Anteil von 31 % des Brennstoffs der neuen und modernisierten Anlagen stellt, 69 % kommen aus Erdgas. Kohle hat, mit Blick auf die Klimaschutzziele, bei neuen und modernisierten Anlagen keine Zukunft mehr. 27% des KWK-Stromzuwachses gehen auf Modernisierungen und Ersatz alter KWK-Anlagen zurück, die zumeist vor 1990 errichtet wurden und praktisch alle mit Kohle betrieben wurden. Insgesamt werden durch die Kombination aus Effizienzgewinn mittels Umstellung auf  KWK und den Ersatz von Kohle durch Erdgas und Bioenergie 119 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Das sind beachtliche 33 % der Emissionen des Energiesektors und 16 % an den gesamten energiebedingten CO2-Emissionen. Mehr als der gesamte Ausstoß der Industrie!

Doch um dorthin zu kommen, müssen zunächst einige Hemmnisse überwunden und Weichen neu gestellt werden.

Informationsdefizite

Als ein zentrales, aber bisher kaum bewusst wahrgenommenes Hemmnis wird in der Roadmap die eigentlich triviale Tatsache identifiziert, dass KWK-Lösungen technisch, wirtschaftlich und hinsichtlich der rechtlichen Einsatzbedingungen komplexer sind als Nur-Heizen oder Nur-Stromerzeugen.  Ihre Vorteile liegen nicht von vorneherein auf der Hand, sondern sind erst auf den „zweiten Blick“ ersichtlich. Daraus resultiert ein vergleichsweise höherer Informationsaufwand, um potenziellen Nutzern und Multiplikatoren Funktion und Vorteile zu erklären. Ebenso ergibt sich ein spezifisch hoher Anspruch an Knowhow bei Herstellung, Planung und Rechtsrahmen. Letztlich resultiert aus der Abstraktheit und Komplexität ein allgemeiner Mangel an Bewusstsein über KWK-Vorteile und -Lösungen in allen Einsatz-Bereichen.

Mangelhafte Attraktivität und Sicherheit für neue Heizkraftwerke in der Energiewirtschaft

Die Wirtschaftlichkeit der KWK  ist in den Vor-Ort-Installationen in der Regel gut.  Im Energiesektor allerdings bietet die Rendite von BHKW und Heizkraftwerken derzeit keine ausreichenden Anreize für Neuinvestitionen, da hier der erzeugte KWK-Strom unmittelbar gegen extrem niedrige Preise an der Strombörse konkurriert. Die Gründe für die niedrigen EEX-Strompreise sind in erster Linie in den extrem niedrigen CO2- Preisen im Emissionshandel zu sehen. Die umweltpolitische Intention, kohlenstoff-intensive Stromproduktion zu verdrängen, wird durch die dadurch  möglichen niedrigen Betriebskosten der Stromerzeugung in konterkariert.

Im Ergebnis verpufft der positive Impuls aus dem KWKG 2012 im Bereich mittlerer und großer Anlagen, deren Stromerzeugung unmittelbar gegen die Strombezugskosten an der EEX konkurriert.

Hemmendes Regelungsumfeld

Die KWK ist mit ihren vielfältigen Einsatzbereichen von einer besonders großen Zahl an gesetzlichen Vorschriften und sonstigen Regelungen tangiert, die auf konventionelle Wärmeerzeugung in Zentral- oder Einzelheizungen bzw. üblichen Strombezug der Verbraucher aus dem Netz der allgemeinen Versorgung ausgelegt sind. Dies betrifft insbesondere das Recht der Wohnungswirtschaft (Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht, …), aber auch den Anschluss an das Stromnetz, Netzentgelte sowie einkommens- und umsatzsteuerliche Fragen.

Strategische Konsequenzen und sonstige Herausforderungen

Aus der Hemmnisanalyse ergeben sich für die KWK-Roadmap folgende strategische Konsequenzen:

(1)    Information und Knowhow zu KWK stärken

(2)    Wirtschaftliche Anreize verstärken und die Investitionssicherheit erhöhen

(3)    Realisierung von KWK durch Energiedienstleistungen (Contracting) stärken

(4)    Regelungsumfeld und Förderung anpassen

Bei der Konkretisierung der KWK-Roadmap sind  als weitere Herausforderungen die übrigen Ziele der Energiewende wie Ausbau erneuerbarer Energien bei hoher Versorgungssicherheit und Senkung der CO2-Emissionen um mindestens 80% bis 2050 zu beachten. Außerdem muss die neue Europäische Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt  werden. Mit Blick auf eine erfolgreiche KWK-Roadmap ist zu fordern, dass die Spielräume bei der Umsetzung KWK-relevanter Verpflichtungen aus der Richtlinie anspruchsvoll interpretiert und als Impuls zu ambitioniertem Handeln genutzt werden.

Sieben konkrete Maßnahmen

Das Roadmap-Konzept schlägt schließlich 7 Maßnahmen vor,  die ab 2014 zügig umgesetzt werden sollten:

(1)    Start einer langfristig angelegten  Informationskampagne über KWK, gemeinsam getragen von Bundesregierung und tangierten Verbände  mit Unterstützung der interessierten Unternehmen.

(2)    Schulungs- und Zertifizierungsprogramme zu KWK für Planer, Installateure und Berater

(3)    Anpassung von KWKG und EEG: bei den nächsten Novellierungen von KWKG und EEG im Jahre 2014 sind für den Bereich der öffentlichen Versorgung  zusätzliche Anreize  und  flankierend die Schaffung von Investitionssicherheit erforderlich, um das Ziel eines 25%-KWK-Anteils an der Stromerzeugung bis 2020 zu erreichen. Dazu sollte das klassische Effizienz-Ziel verknüpft werden mit dem Ziel Versorgungssicherheit, d.h. der Sicherstellung jederzeit ausreichend verfügbarer Erzeugungskapazitäten. 

Flankierend sollten mit Blick auf die Erfahrungen der letzten Jahre mit unwägbaren Strom- und Gasmarktpreisen spekulative Elemente in den Investitionsentscheidungen durch einen Anbindung der Zuschlagshöhe  an einen Wirtschaftlichkeitsindex neutralisiert werden.

(4)    CO2-Grenzwerte für neue Heizsysteme:  auf Bundesebene sollten bundesweit verbindliche Grenzwerte für die CO2-Emissionen in Kilogramm CO2 pro kWh Nutzwärme bei neuen und modernisierten Heizsystemen eingeführt werden. Diese Grenzwerte müssten dann relativ schnell schon in den nächsten Jahren gegen Null abgesenkt werden, da ansonsten das Ziel einer Senkung der CO2-Emissionen im Raumwärmebereich um mehr als 80% bis 2050 nicht erreichbar ist. Dabei würde die Unverzichtbarkeit eines schnellen Umbaus auf KWK transparent, denn nur so können wegen der Gutschrift für Kohlestromverdrängung bezogen auf die erzeugte Wärme negative Emissionen erzielt werden .

(5)    Kommunen zu standardisierten Versorgungskonzepten verpflichten: das Momentum  der EU-Energieeffizienzrichtlinie sollte für die breite Realisierung kommunaler Wärmepläne genutzt werden. Es wird vorgeschlagen, eine Verpflichtung der Städte zur Erstellung von vereinfachten, standardisierten Wärmekonzepten einzuführen.  Dies würde die mit einem massiven KWK-Ausbau verbundenen wirtschaftlichen Vorteile für die Kommunen, Haushalte und Unternehmen  transparent machen.

(6)    Stärkung des KWK-Ausbaus durch Contracting: Gleichstellung von Contractingstrom mit Eigenerzeugung und staatliche „Hermesbürgschaften“ für KWK-Contracting.

(7)    Regelungsumfeld systematisch anpassen: in einem speziellen Arbeitskreis „Regelungsumfeld“ werden unter Beteiligung der jeweils tangierten Ministerien und Verbände die KWK-hemmenden Regelungen im Einzelnen identifiziert  und sachgerechte Lösungen empfohlen.

Schaffung einer dauerhaften Arbeitsgruppe KWK zur Konkretisierung und Begleitung der Roadmap

Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind sehr weitreichend und erfordern eine weitere Diskussion  und Konkretisierung. Es wird vorgeschlagen, hierzu unter Federführung  der Bundesregierung und Beteiligung der tangierten Verbände und Wissenschaftler eine Arbeitsgruppe KWK zu bilden. Sie hätte den Auftrag, konkrete Vorschläge für Politik und Wirtschaft zu erarbeiten.

Feedback und Diskussion im Expertenworkshop am 9.9.13

Wie bereits in den vorausgegangenen Experteninterviews wurden die Vorschläge erwartungsgemäß teils mit Wohlwollen, teils mit vorsichtiger Zurückhaltung, teils mit Skepsis hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit aufgenommen. Die konstruktive rege Diskussion zeigte jedenfalls deutliches Interesse. Von einigen Verbänden wie auch vom Umweltministerium NRW wurde ausdrückliche Unterstützung des Kernvorschlags zur Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe KWK bekundet. Dass diese ohne eine signalgebende Beteiligung der  Politik nicht das notwendige Gewicht als Berater für die maßgeblichen politischen Instanzen und Wirtschaft würde entwickeln können, war unumstritten klar. Ebenso wohl auch wie die Einschätzung, dass hierbei der Ausgang der Bundestagswahl eine wesentliche Rolle spielen könnte.

Ein Bericht über den Workshop einschließlich Diskussionsvorlage, Präsentationen und Dokumentation der Diskussionen ist auf der CODE2-Projekt-Webseite verfügbar: http://www.code2-project.eu/national-workshops/.

05.05.2014

Netzentwicklungsplan Strom 2014 - Wichtig für Zukunft der KWK

Die Bundesnetzagentur bietet derzeit bis zum 18. Mai  jedem Bürger die Möglichkeit zur Stellungnahme zum Entwurf des Szenariorahmens für den Netzentwicklungsplan Strom 2014. Der ist von erheblicher Relevanz für die künftigen Perspektiven der dezentralen Stromerzeugung, also auch der KWK, egal ob in der Nah- und Fernwärme, der Industrie oder im Heizkeller eines Hauses eingesetzt. Denn werden die Weichen beim geplanten Ausbau der Übertragungsnetze nur wieder auf zentrale Stromerzeugung in Kraftwerken, auf Großprojekte im Offshore-Wind oder auch auf unkonditionierten Strombezug aus dem Ausland gestellt, dann bleibt immer weiniger Raum für lokale, verbrauchsnahe Stromerzeugeung, dann kommt die Systemstansformation zu kurz, "Abstrom" (Exergiepotenzial)  bleibt weiter ungenutzt.

Unsere an die BNetzA versandte Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.

Das Verfahren der offenen Konsultation der BNetzA ist zu begrüßen, es eröffnet die Möglichkeit, frühzeitig Hinweise zu geben, was in die falsche Richtung laufen könnte. Es ist wichtig, dass diese Möglichkeit massiv genutzt wird. Hier geht es zur BNetzA-Webseite.

08.05.2013

COGEN Europe zeichnet NRW und B.KWK mit dem "Policy Development Award" aus

Auf seinem diesjährigen Jahreskongress hat der Europäische KWK-Dachverband COGEN Europe das Land Nordrhein-Westfalen und den B.KWK mit dem Policy Development Award" ausgezeichnet. NRW erhielt den Preis für zwei neu aufgelegte Förderprogramme und seine Entscheidung, in den nächsten Jahren 250 Millionen Euro für KWK-Projekte zur Verfügung zu stellen um so den KWK-Stromanteil bis 2020 auf 25% zu erhöhen. Der Verband wurde für seinen unermüdlichen Einsatz für verbesserte politische Weichenstellungen pro KWK ausgezeichnet, übrigens schon zum zweiten mal.

Weitere Informationen siehe die Pressemeldung des B.KWK.

01.02.2013

KWK-Impulsprogramm NRW vorgestellt

„Kraft-Wärme-Kopplung ist ein geniales Prinzip." Mit diesen Worten hat NRW-Umweltminister Remmel am 31. Januar 2013 das KWK-Impulsprogramm NRW präsentiert. Zentraler Bestandteil des Impulsprogramms sind die zwei Förderinstrumente der Landesregierung. Bereits im Oktober 2012 wurde eine Richtlinie zur Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen bis einschließlich 50 kWel erlassen. Sie gibt den Rahmen für die Förderung von hocheffizienten dezentralen KWK-Anlagen bis einschließlich 50 kWel mittels Zuschüssen für Unternehmen in NRW, vorwiegend KMU, vor. Neben Neuanlagen werden auch nachgerüstete Anlagen, Wärmeübergabestationen, Sorptionskälteanlagen u.a. mit einem gestaffelten Zuschuss je nach Leistung gefördert. Die EnergieAgentur.NRW berät dazu.

Darüber hinaus bietet der NRW/EU.KWK-Investitionskredit zinsverbilligte Darlehen für Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung in Unternehmen. Antragsberechtigt sind alle Unternehmen, die KWK-Anlagen mit einer Leistung größer 50 kWel umrüsten bzw. neue Anlagen bauen wollen und die zu fördernde KWK-Anlage selbst betreiben. Bei Neuanlagen kann sowohl die Investition in einzelne Anlagen als auch der Zusammenschluss mehrerer Anlagen gefördert werden. Mitfinanziert werden u.a. Wärmespeicher, Regelungs-vorrichtungen, Hausanschlüsse, Übergabestationen sowie Installationsaufwände. Die Antragstellung erfolgt über die Hausbank.

Weitere Informationen auf der eigens eingerichteten Webseite: www.umwelt.nrw.de/index.php.

Presseinfo zu der Veranstaltung am 31. Januar in Düsseldorf:
www.energieagentur.nrw.de/impulsprogramm-kraft-waerme....

11.11.2012

Neuregelung der Energiesteuererstattung bei KWK-Anlagen bis 2 MWel

Im Rahmen der Novelle des Energie- und Stromsteuergesetzes hat der Deutsche Bundestag am 8. November 2012 Änderungen am Energiesteuergesetz (EnergieStG) beschlossen. Darin enthalten ist auch eine Neuregelung der Energiesteuerentlastung für KWK-Anlagen bis 2 MWel.

Gegenüber der bisherigen Regelung, die nicht mehr mit dem Beihilferecht der EU vereinbar war, gibt es im wesentlichen folgende Änderungen:

1. Mit Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2013 gilt die Gesetzesänderung zur Energiesteuerentlastung für KWK rückwirkend zum 01.04.2012. Es entsteht also keine Erstattungslücke.
2. Der bisherige §53 EnStG, der die Erstattungen für verschiedene Anlagen-Varianten regelte, wird überführt in die drei Paragraphen §53 (neu), §53a und §53 b.
3. §53 (neu) regelt die Steuerentlastung für die Stromerzeugung in Anlagen mit einer elektrischen Nennleistung von mehr als zwei Megawatt (bisherige Regelung). Wird die mechanische Energie nicht ausschließlich zur Stromerzeugung genutzt, gelten abweichende Regelungen.
4. §53a (neu) regelt die vollständige Steuerentlastung für die gekoppelte Erzeugung von Kraft und Wärme. Diese Regelung umfasst im Gegensatz zum §53 (neu) die Anlagen, deren Nennleistung bis einschließlich 2 MWel beträgt. Um die Entlastung zu bekommen, gelten folgende Voraussetzungen:
• Die Anlage ist hocheffizient i.S. Anhangs III der Richtlinie 2004/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2004 und deren Fortschreibung.
• Der Nutzungsgrad für den Entlastungszeitraum beträgt wenigstens 70%.
• Die vollständige Steuerentlastung, und das ist der Kompromiss mit der E-Kommission, wird nur für die Zeit gewährt, in der die Hauptbestandteile der KWK-Anlage in der Abschreibung entsprechend den Vorgaben des § 7 des Einkommensteuergesetzes sind. Werden Hauptbestandteile erneuert und betragen die Kosten der Erneuerung nachweislich mehr als 50% der Kosten für die Neuerrichtung der Anlage, verlängert sich die Frist um den Abschreibungszeitraum der erneuerten Teile.
5. §53b (neu) regelt dann die Belastung für alle KWK-Anlagen, die die Bedingungen des §53a nicht oder nicht mehr erfüllen. Es wird mit §53b (neu) ein neuer Energiesteuersatz in das deutsche EnStG eingeführt, der den Anforderungen an die Mindeststeuer i.S. der Energiesteuerrichtlinie der EU entspricht. KWK-Anlagen bis 2 MW, die entweder nicht das Kriterium der Hocheffizienz erfüllen oder deren Abschreibungszeitraum abgelaufen ist, aber deren Nutzungsgrad 70% erreicht oder überschreitet, erhalten die Entlastung nur noch bis zum Mindeststeuersatz gemäß EU-Steuerrichtllinie. Dieser beträgt dann bei der Verwendung von
• Erdgas 1,08 €/MWh bzw. 0,54 €/MWh
• Flüssiggas 0,00 € je 1.000 kg
• HEL 21,00 € je 1.000 Liter

Für Unternehmen des Produzierenden Gewerbes im Sinn des § 2 Nummer 3 des Stromsteuergesetzes gilt für die Verwendung von Erdgas in Motoren und Turbinen der niedrigere Mindeststeuersatz. Für die anderen Brennstoffe sieht die EU-Richtlinie keine weitere Erleichterung vor.

Darüber hinausgehende Erstattungsregelungen lässt die EU-Richtlinie nicht zu.

Für Betreiber von KWK-Anlagen auch über 2 MW, deren mechanische Energie gar nicht oder nicht ausschließlich zur Stromerzeugung genutzt wird, gelten für den Teil der Brennstoffe, die anteilig der Stromerzeugung zuzurechnen sind, die vorstehenden Regelungen, für den übrigen Teil der Brennstoffe die zitierten Mindeststeuersätze.
Alle Betreiber, die für die Brennstoffe ihrer KWK-Anlagen aufgrund der Rahmenbedingungen zukünftig noch die Mindeststeuersätze zu tragen haben, können diese jedoch im Rahmen der Regelungen zum Spitzenausgleich verrechnen, soweit die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Die Angaben basieren im Wesentlichen auf einem Mitgliederrundschreiben des B.KWK, der das BMF gegenüber der EU-Kommission beraten hatte.

Hier die Beschlussvorlage des Bundestages: dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/113/1711387.pdf.

21.09.2012

German CHP Policy and Market

In a COGEN Europe webex conference on September 20 Adi Golbach gave this presentation on the German CHP policy.

11.09.2012

Obama will die Kraft-Wärme-Kopplung bis 2020 um 50% ausbauen

US-Präsident Obama will durch eine am 30. August erlassene Exekutiv-Verordnung die installierte elektrische KWK-Leistung bis 2020 um 40 Gigawatt steigern.  Insbesondere in der Industrie hat das US-Energieministerium  ein enormes Potenzial für den KWK-Ausbau ausgemacht. Mehr als 30% der Energie des Landes werden dort verbraucht.  Die KWK-Stromerzeugungskapazität der USA  liegt nach Zahlen der US-Umweltschutzagentur EPA derzeit bei 82 GW, davon 87% in der Industrie.   

Erklärtes Ziel der Initiative ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Industrie durch sinkende Energiekosten zu stärken, die Luftverschmutzung zu verringern und Arbeitsplätze zu schaffen. Trotz dieser Vorteile bestehen in der Industrie nach Einschätzung der Regierung unter Hinweis auf unabhängige Analysen erhebliche Defizite bei Investitionen in Energieeffizienz und KWK.

Die Verordnung sieht ein ganzes Bündel an Maßnahmen vor. Durch eine  systematisch herbeigeführte Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Akteuren, einschließlich der Bundesstaaten, Hersteller, Energieversorgungsunternehmen, Dienstleister und anderer,  sollen bestehende Hemmnisse beseitigt und auf diese Weise Dutzende von Milliarden Dollar an Energiekosten im nächsten Jahrzehnt eingespart werden. Insgesamt  sollen 100 Milliarden Dollar an KWK- und Effizienz-Investitionen mobilisiert werden.

Im Einzelnen werden die beauftragen Bundesbehörden mit folgenden Maßnahmen beauftragt:

  • Versammlung der  tangierten Interessengruppen und Durchführung öffentlicher Workshops zwecks  Entwicklung und Umsetzung  von Best-Practice Politiken und Investitionsmodellen,  mit denen die vielschichtigen Hemmnisse für Investitionen in industrielle Energieeffizienz und KWK angegangen werden sollen;
  • Unterstützung von Bundesstaaten bei der Bilanzierung der möglichen Emissionsminderung durch KWK und andere Energieeffizienzmaßnahmen infolge der Implementation von Plänen zur Umsetzung nationaler Luftqualitätsstandards;
  • Schaffung von Anreizen für den Einsatz von KWK-Anlagen und anderer sauberer Energietechnologien durch geeignete Regelungen bei den Plänen zum Handel mit Emissionszertifikaten sowie durch Zuschüsse und Darlehen;
  • Berücksichtigung der höheren Effizienz bei Genehmigungen und Regulierungen in Energiewirtschaft und Industrie;
  • Berücksichtigung von KWK- und Effizienz-Investitionen im Rahmen von Energieeinsparprogrammen und Partnerschaften;
  • Angebot an allgemeiner Beratung, technischer Analyse und Information sowie wirtschaftlicher Bewertung von KWK- und Effizienz-Investitionen für Staaten, Energieunternehmen sowie Eigentümer und Betreiber industrieller Anlagen;
  • Verbesserung der Brauchbarkeit von Statistiken und Datenanalysen;
  • Unterstützung von Bundesstaaten bei der Entwicklung und Umsetzung von politischen Maßnahmen zur Beschleunigung von industriellen KWK- und Effizienz-Investitionen.

Die Bewertung der KWK-Akteure fällt euphorisch aus. Einen "enormen Schub für die KWK" erwartet das internationale Magazin "Cogeneration & On-Site Power Production" (COSPP) von dieser "historischen Verordnung" und weist auf die Kommentare aus der einschlägigen Industrie hin. Demnach sagte der Direktor der US Clean Heat & Power Association (USCHPA): "Die Aufstellung des nationalen KWK-Zieles wird die saubere Energieerzeugung in den USA erheblich voranbringen, der Umwelt zugute kommen und dringend benötigte  Arbeitsplätze in der Industrie schaffen." USCHPA-Präsident Joe Allen, hauptamtlich Direktor von Government Affairs des KWK-Herstellers Caterpillar sieht in der Verordnung eine "deutliche Anerkennung der Vorteile für die amerikanische Wirtschaft hinsichtlich Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie durch diese saubere, effiziente und zuverlässige Form der Energiegewinnung."

19.07.2012

Neues KWK-Gesetz tritt heute in Kraft

Die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes wurde gestern im Bundesanzeiger verkündet. Somit wird die vom Bundestag am 24.05.2012  beschlossene Fassung am heutigen Donnerstag, 19.07.2012 in Kraft treten.

18.07.2012

CODE 2 - Neue Initiative zur Entwicklung der KWK-Potenziale in Europa

Bis Ende 2014 sollen unter Federführung des Europäischen KWK-Dachverbandes COGEN Europe und mit finanzieller Unterstützung der EU-Kommission Europaweit Fahrpläne für die Umsetzung der KWK-Potenziale in den Mitgliedsländern erarbeitet werden.Dazu wurde am 1. Juli das Projekt CODE 2 (Cogeneration Observatory and Dissemination Europe 2) gestartet.

Die neue Initiative wird auf den Erfahrungen des voraus gegangenen CODE-Projekts (www.code-project.eu ) aufbauen. Die Fahrpläne sollen in enger Interaktion mit den wichtigsten Interessengruppen (Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft) erarbeitet  werden. Das Projekt wird auch die Implikationen  der neuen Energieeffizienz-Richtlinie (EED) untersuchen und eine Interpretation für die Umsetzung in nationale Gesetze entwickeln. Auf Ebene der Mitgliedstaaten soll versucht werden, Koalitionen für KWK  unter Einbezug  der Industrie, politischer Entscheidungsträger und Interessengruppen zu bilden.

Zum Projektkonsortium gehören neben COGEN Europe der Griechische KWK-Verband HACHP, das Jožef Stefan Institute (Slovenien), die Federazione delle associazioni scientifiche e techniche (FAST, Italien), COGEN Vlaanderen (Belgien) und Energy Matters (Niederlande). Deutschland ist durch die Berliner Energie Agentur und KWK kommt zweifach vertreten.

Zur Presseinformation von COGEN Europe.

 

27.06.2012

The New German CHP law 2012

In a COGEN Europe webex conference on June 27 Adi Golbach gave this presentation on the new German CHP law. Anybody may use it freely, but please mention the origin "www.kwkkommt.de".

15.06.2012

KWK-Gesetz im Bundesrat gebilligt

Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die Novellierung des KWK-Gesetzes ohne Einspruch gebilligt. Damit dürfte die vom Bundestag am 24. Mai 2012 verabschiedete Fassung nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten voraussichtlich Anfang August in Kraft treten.

Beschlossen wurde nicht ein komplett neues Gesetz sondern Änderungen am bestehenden Gesetz, so dass man also die beschlossenen Änderungen zuerst in das Gesetz in der Fassung von 2009 eintragen müsste, um die Neufassung durchgängig lesbar zu machen.

Entsprechende Arbeitsfassungen wurden dankenswerter Weise schon vom B.KWK und vom BHKW-Forum erstellt, wobei die BHKW-Forum-Version eine tabellarische Gegenüberstellung zwischen altem und neuem Gesetz darstellt. Hier die beiden Versionen zum Herunterladen:

Eine sehr hilfreiche "Übersetzung" des Gesetzes in verständliches Deutsch hat die ASUE erstellt.

15.06.2012

EU-Energie-Effizienzrichtlinie, Einigung im Trilog-Verfahren

In der letzten Sitzung vor Übergang der Ratspräsidentschaft von Dänemark an Zypern am 1. Juli haben sich gestern EU-Ministerrat, Parlament und Kommission im so genannten Trilog nach langen, zähen Verhandlungen geeinigt. Im Hinblick auf die Ergebnisse für KWK ist COGEN Europe eher enttäuscht: bit.ly/LZ0mhq

24.05.2012

Novellierung des KWK-Gesetzes im Bundestag verabschiedet

Der Bundestag hat heute mit 2-wöchiger Verspätung die Novellierung des KWK-Gesetzes beschlossen. Es muss nun nochmals im Bundesrat behandelt werden, ist aber nicht zustimmungspflichtig und wird voraussichtlich im August in Kraft treten.

Verabschiedet wurde die bereits vor 2 Wochen im Wirtschaftsausschuss beschlossenen Entwurfsfassung. Abgelehnt wurde  ein Entschließungsantrag der SPD-Fraktion (17/9618), das Ziel eines 25-prozentigen KWK-Anteils an der Stromerzeugung bis 2020 durch eine Erzeugungsmenge in Höhe von 150 Terrawattstunden bis 2020 zu konkretisieren. Ebenso erging es einem Entschließungsantrag der Grünen (17/9749), die Zuschläge jeweils um 0,5 Cent pro Kilowattstunde zu erhöhen, statt um 0,3 Cent  wie im Beschluss des Wirtschaftsausschusses vorgesehen.

Bewertung: Gemessen an dem, was im Dezember von der Regierung als Entwurf vorgelegt wurde, sehe ich das Gesetz insgesamt positiv. Es enthält viele Neuerungen, die in die richtige Richtung weisen. Allerdings dürfte die Zuschlagserhöhung um nur 0,3 Cent zu schwach sein, um die nötigen Investitionen für ein Erreichen des 25%-KWK-Anteils an der Stromerzeugung bis 2020 auszulösen.

Hilfreich wäre es, wenn nun zusätzlich durch eine systematische Verstärkung der Informationsarbeit über KWK der Hebel an dem wohl gewichtigsten Hemmnis angesetzt würde: dem notorischen Mangel an Informationen in der Unternehmenspraxis über die enormen Chancen, die mit KWK verbunden sind – für Kasse und Klima. Mit wenigen Millionen Euro jährlich könnte hier eine enorme Multiplikatorwirkung entfaltet  werden.

Außerdem sollten die für das Kraftwerksprogramm vorgesehenen  165 Millionen Euro jährlich nach dessen Beerdigung nun umgewidmet werden für den kapazitätsorientierten KWK-Ausbau. Hätte man natürlich im Prinzip auch gleich ins KWK-Gesetz reinpacken können, aber diese Mittel kommen aus einem anderen Topf, nämlich dem neuen Energie- und Klimaschutzfonds (EKF). Dieser Schritt wäre nur konsequent angesichts der Begründung der Koalitionsfraktionen in ihrer Beschlussvorlage für den Wirtschaftsausschuss zum KWK-Gesetz. Demnach soll ja nun offenbar der KWK-Ausbau diese Kapazitätssicherungsfunktion mit übernehmen – siehe mein Eintrag vom 9. Mai.

Mit zusätzlichen 165 Millionen jährlich in den Jahren 2013 bis 2016 könnte das 25%-Ziel vielleicht erreicht werden. Und das Kapazitätslückenproblem dürfte wohl auch erledigt sein.

16.05.2012

Neues KfW-Förderprogramm unterstützt Ausbau dezentraler Erzeugung

Um kommunale Unternehmen bei ihren Investitionsvorhaben in neue Erzeugungskapazitäten und bei der Effizienzsteigerung bestehender Anlagen zu unterstützen, legt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ab dem 1. Juni 2012 ein neues Förderprogramm mit Zinssätzen deutlich unter dem Marktniveau auf. Mit dem Programm „IKU – kommunale Energieversorgung“ (Programm 204) sollen unter anderem Investitionen in den Neubau und die Umrüstung von Gas- und Dampfkraftwerken, Anlagen zur Kraft- Wärme-Kopplung, der Ausbau der Verteilnetze sowie die Integration intelligenter Informations-, Kommunikation- und Energiemanagementsysteme als auch der Neu- und Ausbau dezentraler Energiespeicher gefördert werden.

Das Programm richtet sich an Unternehmen mit mehrheitlich kommunalen Eigentümern mit einem Marktanteil von nicht mehr als fünf Prozent an der jährlichen deutschen Nettostromversorgung. Die Laufzeit für Kredite beträgt dabei zwischen zehn und 30 Jahren, wobei das Kreditvolumen maximal 50 Millionen Euro betragen darf. Die Anträge zum Förderprogramm können ab sofort bei der KfW gestellt werden.

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Letzte Änderung: Monday, 16.05.2016-
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