Biogas - für die Zukunft gerüstet: 12 neue Infotage zur konsequenten Flexibilisierung und Wärmenutzung

In Verbindung mit einer hochwertigen Wärmenutzung mittels Wärmenetzen tragen Biogasanlagen doppelt zum Klimaschutz bei: mit der Verdrängung fossiler Energieträger sowohl auf der Stromseite als auf der Wärmeseite. Unverzichtbar für die Energiewende werden sie jedoch erst durch ihren wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit, die Wind und Sonne alleine nicht bieten können. Denn Bioenergie in Form der geernteten Substrate ist gespeicherte Sonnenenergie und wirkt wie eine kostengünstige Batterie für erneuerbaren Strom.

Doch für ein kluges Zusammenspiel zwischen den fluktuierenden erneuerbaren Energien und Strom aus Biogasanlagen ist es notwendig, dass er am schwankenden Bedarf orientiert flexibel eingespeist wird. Dazu muss die Stromerzeugung auf die Stunden mit den höchsten Börsenpreisen konzentriert werden. Bei unveränderter Jahresstromerzeugung wird die elektrische Leistung um den Faktor 3 bis 5 deutlich erhöht. Dies nennen wir eine "starke" oder "konsequente" Flexibilisierung.

Die gute Nachricht: für viele Biogasanlagen ist die Investition in eine Umstellung vom Grundlastbetrieb auf flexible Fahrweise schon jetzt betriebswirtschaftlich attraktiv – dank Flexprämie, aber auch wegen zusätzlicher Pluspunkte.  

Maßgeblich mit angestoßen durch unsere bisher 16 Veranstaltungen zu FlexBiogas rollt die Flexwelle inzwischen. Allerdings gemessen an dem enormen Potenzial und der großen Bedeutung von flexibel betriebenen Biogasanlagen für die künftige Versorgungssicherheit beim Strom, noch lange nicht ausreichend. Von dem 1350 MW-Flex-Deckel im EEG sind noch fast 1000 MW nicht ausgeschöpft.

Dies veranlasst uns zu der Einschätzung, dass Betreiber, die vor 2019 mit einer flexibilisierten Anlage in Betrieb gehen, mit Sicherheit noch „unter den Flex-Deckel passen“. Heißt aber auch, dass eine Entscheidung für eine konsequente  Flexibilisierung spätestens vor dem Frühjahr 2018 fallen sollte. Danach könnte es knapp werden, d.h. die Inbetriebnahme könnte zu spät kommen und die Investition dann ohne die notwendige  Förderung über die Flexibilitätsprämie im EEG entwertet werden.

Diese Einschätzung bildet eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir von Oktober 2017 bis März 2018 die Infokampagne nochmals intensiv bundesweit fortsetzen werden, wieder als Gemeinschaftsaktion in Kooperation mit dem Fl(ex)perten-Netzwerk, regionalen Organisationen und einer Reihe von Unternehmen, die im FlexBereich geeignete Anlagen und Dienstleistungen anbieten . Als neuer bundesweiter Kooperationspartner ist die Agentur für Erneuerbare Energien dazugekommen. Der Fachverband Biogas unterstützt die Aktion mit Vorträgen.

Mit den FlexInfotagen wollen wir den Betreibern, Beratern, Planern und allen sonstigen Akteuren eine Informations- und Entscheidungsgrundlage verschaffen. Nach der Teilnahme sollen die Betreiber beurteilen können, ob sie den Weg einer konsequenten Flexibilisierung einschlagen sollten und ggf. was zu tun ist. Es wird auch gezeigt, dass in Abgrenzung zu einer schwachen Flexibilisierung (oft nur Verdopplung der Leistung) nur die konsequente Flexibilisierung einen dauerhaft wirtschaftlichen Anlagenbetrieb sicherstellen kann. Nur so hat Biogas einen Platz in der Energiewende und wer diese Weiterentwicklung nicht bald mit Hilfe der Flexprämie beginnt, dürfte es schwer haben, die Verstromung jenseits der 20 Jahre EEG-Förderung wirtschaftlich fortzusetzen.

Zum Tagungskonzept gehört neben den Vorträgen und Diskussionen in den Pausen das direkten Gespräch der Teilnehmer mit ausstellenden Firmen, die für die Flexibilisierung von Biogasanlagen spezielle Anlagen und Dienstleistungen anbieten.

Folgende Termine sind geplant:

Termin

Region

Tagungsort

Tagungs-Webseite / Programm-PDF (sobald veröffentlicht)

Angebot zum Sponsoring als Aussteller

18.10.2017

Bayern Ost

Straubing

zur Webseite

Teilweise sind noch einzelne Standplätze frei. Bitte rufen Sie uns bei Interesse an: 03327-725 6106.

26.10.2017

Mecklenburg-Vorpommern

Neustrelitz

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08.11.2017

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Leipzig-Wiedemar

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23.11.2017

Niedersachsen Ost

Lehrte

Programm-PDF

28.11.2017

Berlin/ Brandenburg

Berlin

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07.12.2017

Rheinland-Pfalz

Trier

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20.12.2017

Hessen

Bad Hersfeld

Programm-PDF

17.01.2018

Niedersachsen Nord

Zeven

 

24.01.2018

Baden-Württemberg

Erbach

 

08.02.2018

Schleswig-Holstein

Rendsburg

 

21.02.2018

Nordrhein-Westfalen

Dorsten

 

06.03.2018

Brandenburg

Potsdam

 

13.03.2018

Bayern West

Triesdorf

 

Mit dem Inkrafttreten des EEG 2017 wurde ein in seinen Auswirkungen noch nicht absehbarer Paradigmenwechsel in die Wege geleitet. Anlagenbetreiber müssen sich zukünftig im Rahmen einer Ausschreibung um einen Vergütungsanspruch bewerben.

Eine zentrale Änderung ermöglicht es Biomasse-Bestandsanlagen, unter bestimmten Voraussetzungen nach Ablauf der 20-jährigen Vergütungsfrist eine Verlängerung des Vergütungsanspruchs um 10 Jahre zu erlangen – allerdings auch nur im Rahmen des Ausschreibungssystems. Somit müssen sich alle Akteure der Branche mit den neuen Bedingungen auseinandersetzen. Einen ersten Einblick in das Thema, insbesondere die rechtlichen, wirtschaftlichen, technischen und organisatorischen Herausforderungen, soll dieses Fachgespräch ermöglichen.

Die Veranstaltung richtet sich an Betreiber von und potenzielle Investoren in Biomasse-EEG-Anlagen, Planer, Betreuer und Hersteller von Biomasse- EEG-Anlagen oder –komponenten, Firmenkundenberater, Projektentwickler und alle fachlich Interessierten.

KWK kommt UG unterstützt das Fachgespräch als Kooperationspartner des Veranstalters C.A.R.M.E.N. e.V.

Weitere Informationen und Programm

Biogas - für die Zukunft gerüstet: 2 zusätzliche Infotage zur konsequenten Flexibilisierung und Wärmenutzung

Im Nachgang zu unserer erfolgreich durchgeführten Herbst-Winter-Kampagne FlexBiogas (s. Bericht unten) bieten wir für Betreiber und Fachleute, die noch keine Gelegenheit hatten an einem der bisherigen Infotage teilzunehmen, zwei weitere Termine an, einen für Süddeutschland und einen für Norddeutschland.  Wie bisher, werden Fachleute aus verschiedenen Teilbereichen beitragen. Den Diskussionen und dem Austausch soll mehr Zeit eingeräumt werden. Unterstützt werden die Infotage wieder vom Fl(ex)perten-Netzwerk, dem Fachverband Biogas sowie regionalen Kooperationspartnern (siehe Programme).

Nach dem Infotag sollen die Betreiber beurteilen können, ob und wie der Weg einer konsequenten Flexibilisierung eingeschlagen werden kann. Diese Entscheidung sollte bald getroffen werden, denn das zentrale Fördererinstrument der Flexibilitätsprämie nach dem EEG ist durch den „Flexdeckel“ von 1.350 MW zeitlich begrenzt.

Weiteres Ziel der Veranstaltungen ist die Ermutigung von Betreibern von geeigneten Biogasanlagen , diese vorausschauend auf Spitzenlasterzeugung auszurichten und anfallende Wärme möglichst weitgehend und hochwertig in Wärmenetzen zu nutzen. Nur so hat Biogas einen Platz in der weiteren Entwicklung der Energiewende. Wer diese Weiterentwicklung nicht bald mit Hilfe der Flexprämie beginnt, dürfte es schwer haben, die Verstromung jenseits der 20 Jahre EEG-Förderung wirtschaftlich fortzusetzen.

Programme und Anmeldung:

Süddeutschland - 24. Mai 2017 in Triesdorf, Bayern

Norddeutschland - 01. Juni 2017 in Dorfmark, Niedersachsen

Herbst-Winter-Kampagne der Infotage FlexBiogas erfolgreich abgeschlossen - weitere Termine im Mai und Juni

Über 700 Teilnehmer wurden bei den 11 Infotagen im Zeitraum November bis Anfang März in ganz Deutschland gezählt, 14 Veranstaltungen waren es insgesamt seit 2015. Etwa die Hälfte der Besucher waren Biogasbetreiber. Die Tagungen wurden von den Teilnehmern im Durchschnitt mit der Note „gut“ bewertet und zu über 95 % weiterempfohlen. Auch viele Biogas-Fachleute informierten sich bei den ganztägigen Seminaren mit integrierter Fachausstellung von Unternehmen mit themenrelevantem Angebot an Anlagen oder Dienstleistungen.

Damit hat sich das fachlich anspruchsvolle Konzept mit vielen Referenten und  Erfahrungsberichten bewährt. Beispielhaft für den vielfach vermittelten Aha-Effekt ist folgende Rückmeldung eines BGA-Betreibers nach dem Infotag in Bad Saulgau (Baden-Württemberg):

"Nebenbei noch ein Kompliment an die Qualität der Tagung. Anfangs war es thematisch "schwere Kost" insofern, dass man denkt: ´...die spinnen, jetzt schon wieder in die Vollen mit unsicherem Ausgang des EEG`. Allerdings konnte ich an mir selbst feststellen, als ich die mentale Hürde der Neuinvestition genommen hatte, kam ich zu dem Ergebnis: ....´ich glaube der spinnt nicht, der hat RECHT`.  Zwei Tage später habe ich eine Netzverträglichkeitsprüfung angeschoben und mein Anlagenbauer plant für uns die 5 fache Überbauung."

Auch die Rückmeldungen von den Ausstellern zeigen, dass der konsequenten Flexibilisierung spürbare Impulse gegeben werden konnten. Für die gute Resonanz war insbesondere die enge Zusammenarbeit mit dem Fl(ex)perten-netzwerk,  dem Fachverband Biogas, regionalen Bildungsträgern wie C.A.R.M.E.N. e.V., LEB Niedersachsen, FnBB und den Energieagenturen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, NRW und Thüringen wesentlich.

Zwei weitere Infotage am 24.Mai und 1. Juni

Für Betreiber und Fachleute, die noch keine Gelegenheit hatten an einem der bisherigen Infotage teilzunehmen, werden wir nun noch zwei weitere Termine anbieten, einen für Süddeutschland und einen für Norddeutschland. Sie finden statt am 24. Mai in Triesdorf (Bayern, bei Nürnberg) und am 1. Juni in Dorfmark (Niedersachsen, bei Walsrode). Wie bisher, werden Fachleute aus verschiedenen Teilbereichen beitragen. Den Diskussionen und dem Austausch soll mehr Zeit eingeräumt werden. 

Nach dem Infotag sollen die Betreiber beurteilen können, ob und wie der Weg einer konsequenten Flexibilisierung eingeschlagen werden kann. Diese Entscheidung sollte bald getroffen werden, denn das zentrale Fördererinstrument der Flexibilitätsprämie nach dem EEG ist durch den „Flexdeckel“ von 1.350 MW zeitlich begrenzt.

Weiteres Ziel der Veranstaltungen ist die Ermutigung von Betreibern von geeigneten Biogasanlagen , diese vorausschauend auf Spitzenlasterzeugung auszurichten und anfallende Wärme möglichst weitgehend und hochwertig in Wärmenetzen zu nutzen. „Nur so hat Biogas einen Platz in der weiteren Entwicklung der Energiewende“, so Uwe Welteke-Fabricius von den Fl(ex)perten, die für die inhaltliche Ausrichtung verantwortlich zeichnen. Wer diese Weiterentwicklung nicht jetzt mit Hilfe der Flexprämie beginne, werde es schwer haben, die Verstromung jenseits der 20 Jahre EEG-Förderung wirtschaftlich fortzusetzen.

Neuauflage im Herbst-Winter 2017/2018 geplant

Eine Neuauflage mit aktualisierten Inhalten ist für die Herbst-Wintersaison 2017/18 geplant. 8 Infotage sollen wiederum an verschiedenen Orten in ganz Deutschland stattfinden. Dabei sollen die Erfahrungen mit den bis dahin umgesetzten Anlagen einen Schwerpunkt bilden.

Biogas - für die Zukunft gerüstet - Infokampagne zur starken Flexibilisierung von Biogasanlagen

Das EEG 2017 verstärkt die Anreize für bestehende Biogasanlagen, in eine starke Flexibilisierung und Wärmenutzung zu investieren. Doch auch davon unabhängig kann jetzt mit einer klugen Umstellung auf bedarfsorientierte Fahrweise das Ertragspotenzial verbessert werden. Wichtig: Die Investition in die Flexibilisierung schafft die Grundlage für das Ausschreibungsverfahren zur Verlängerung der EEG-Vergütung und zusätzlich die Chance für einen langfristigen Weiterbetrieb der Anlage über die EEG-Förderung hinaus.

Die starke Flexibilisierung zielt nicht, wie die verbreitete schwache Flexibilisierung, nur auf den inzwischen unattraktiv gewordenen Regelenergiemarkt. Der wirklich flexible Betrieb nutzt die in Zukunft wachsenden Preisschwankungen am Strommarkt durch bedarfsgerechte Fahrweise, Wärmenutzung und kluge Strom-Direktvermarktung. 

Unter dem Motto "Biogas - Für die Zukunft gerüstet" werden wir in den kommenden Monaten insgesamt 10 Infotage für Anlagenbetreiber sowe Anbieter von Anlagen, Komponenten und Dienstleistungen durchführen. Es handelt sich um Gemeinschaftsveranstaltungen mehrerer Unternehmen mit speziellem Knowhow für dieses wichtige Megaprojekt der Energiewende.

Zum Tagungskonzept gehört neben den Vorträgen und Diskussionen auch die Möglichkeit zum direkten Kontakt der Teilnehmer mit anbietenden Firmen, die sich als Aussteller präsentieren und die Infotage als Sponsoren unterstützen.

Details der einzelnen Termine finden Sie nachfolgend nach Fertigstellung des jeweiligen Programms.

Termin

Region

Tagungsort
(ggf. Alternativen)

Programm

 Angebot zur Ausstellung

10.11.2016

RLP

Trier

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22.11.2016

BW Süd

Bad Saulgau

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30.11.2016

NRW Nord

Greven/ Münsterland

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6.12.2016

TH/SA/SN

Bad Klosterlausnitz

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12.01.2017

BY Ost

Straubing

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24.01.2017

NI West

Werlte

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7.02.2017

NI Süd/ HE Nord

Jühnde

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14.02.2017

SH

Rixdorf

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21.02.2017

NI Nord

Hitzacker

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1.03.2017

BW Nord

Erlenbach b. Heilbronn

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2.03.2017

BY West

Wemding

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Vortrag auf Jahrestagung BHKW-Forum: KWK-Roadmap als Teil des EU-Projektes CODE2

Mein 40 minütiger Vortrag am 24.11.2014 auf dem Kongress des BHKW-Forums in Wuppertal: https://www.youtube.com/watch?v=QlinZaGdL5M.   

11.12.2014

CODE2 Final dissemination Workshop in Brüssel

Am 11.12.2014 präsentierte das CODE2-Team nach zweieinhalb Jahren Laufzeit in einem Final Dissemination Workshop in Brüssel die Ergebnisse des CODE2-Projekts. Einer der Ehrengäste unter den 50 Teilnehmern war neben Vertrtern von Kommission und Parlament auch Wolfgang Müller vom Deutschen Bundesumweltminsterium.

Dr. Fiona Riddoch, General Manger von Cogen Europe, fasste die Ergebnisse der insgesamt 27 nationalen KWK-Roadmaps zusammen: durch die Umsetzung der in Kooperation mit KWK-Experten aus den jeweiligen ländern erarbeiteten KWK-Fahrpläne könnte der KWK-Anteil an der Stromerzeugung in der EU bis 2030 von derzeit 11 % auf 20 % steigen. Dabei würden in Abhängigkeit u.a. von den eingesetzen KWK-Brennstoffen jährlich ca. 200 bis 300 Millionen Tonnen CO2 eingespart .

Adi Golbach, der im Team für die Roadmaps in Deutschland, Finnland, Dänemark, Schweden und Österreich verantwortlich war, gab eine Präsentation über Flexibility options of CHP: bringing together renewable energies and efficiency . Er zeigte, dass KWK mit ihren Flexibilitätsmöglichkeiten die ideale Ergänzung zu den flukuierenden erneuerbaren Energien ist. 

Alle Präsentationen auf dem Workshop.

Das Projekt-Team beim letzten Projekt-Meeting

 

 

04.12.2014

CODE2-Projekt erfolgreich abgeschlossen - 27 KWK-Roadmaps veröffentlicht

Das CODE2-Projekt (siehe letzter Artikel sowie www.code2-project.eu) wird Ende des Jahres nach zweieinhalbjähriger Laufzeit planmäßig abgeschlossen. Für alle EU-Mitliedsländer und die EU insgesamt wurden KWK-Roadmaps im Dialog mit nationalen Fachleuten erarbeitet. Außerdem wurden ein Leitfaden für KWK-Realisierung in kleinen und mittleren Unternehmen ("How-to-guide")  sowie Potenzialanalysen für Bioenergie-KWK und Mikro-KWK erstellt.

In der Roadmap für Deutschland wird als Ziel eine annähernde Verdopplung des KWK-Stroms bis 2030 auf dann 185 Terawattstunden vorgeschlagen.  Durch die damit verbundene Kombination von Technologie- und Brennstoffwechsel könnten im Jahr 2030 über 100 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen jährlich eingespart werden, entsprechend 12 bis 14 % der derzeitigen Gesamtemissionen. 

Zu den für Deutschland entwickelten Vorschlägen gehören unter anderem:

  • Zusätzliche Anreize für KWK im Rahmen der anstehenden Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes unter Würdigung des Beitrags zu Versorgungssicherheit und Flexibilität;
  • Aktivierung der Städte und Gemeinden; Verpflichtung zur Durchführung von Wärme-Versorgungskonzepten auf Basis zentral bereitgestellter, vereinfachter Standardsoftware.
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für KWK-Projekte mittels Energie-Contracting, z.B. durch die Gleichstellung mit der Eigenerzeugung,
  • Langfristig angelegte Informationskampagne über KWK mit dem Ziel, die KWK als eine Schlüsseltechnologie für effiziente Wärmeerzeugung allgemein bewusst zu machen.

KWK kommt U.G. als der für die EU-Nordregion zuständiger Projektpartner hat außer für Deutschland auch Roadmaps für Dänemark, Finnland, Österreich und Schweden erarbeitet, immer in Konsultation von Experten aus den jeweiligen Ländern. Überall bestehen noch zum Teil erhebliche Ausbaupotenziale, bemerkenswerter Weise sogar bei "KWK-Weltmeister" Dänemark.

Die Pressemeldungen zu den "Nord-Ländern" können hier heruntergeladen werden, die Roadmaps hier

Die Ergebnisse des Projekts werden am 11. Dezember 2014 in Brüssel auf einem öffentlichen Workshop präsentiert.

30.09.2014

Interview on the German CHP roadmap

On 25 September Adi Golbach gave a 5 min. interview in the Cogeneration Channel about the CODE2 project and the CHP roadmap for Germany.

23.11.2013

KWK-Roadmap für Deutschland zielt auf ein Drittel KWK-Stromanteil bis 2030

Eine in der ZfK 11.2013 veröffentlichte kürzere Fassung kann hier heruntergeladen werden.

Eine ausführlichere Darstellung mit Grafiken im Heizungsjournal 1-2/2014.

English presentation at COGEN Europe Annual Conference, 4 April 2014 in Brussels.

1000 Terawattstunden Nutzwärme pro Jahr

... könnten in der EU zusätzlich bei der Stromerzeugung gewonnen werden, wenn die von den Regierungen an die EU-Kommission gemeldeten wirtschaftlichen KWK-Potenziale  der Mitgliedsländer umgesetzt würden.  Die Verwirklichung des damit möglichen zusätzlichen KWK-Strompotenzials  von 455 TWh/a bzw. 122 GW  an elektrischer Leistung  will der Europäische KWK-Verband COGEN Europe, unterstützt durch die EU-Kommission,  mit einem ehrgeizigen Projekt bis Ende 2014 auf den Weg bringen. Der Name  CODE2 steht für „Cogeneration Observatory and Dissemination“ Europe - Beobachtung und Verbreitung der KWK in Europa. Die Ziffer 2 zeigt, dass es sich um ein Folgeprojekt handelt. In CODE war es um die Erfassung  und Bewertung der nationalen Potenzialberichte gegangen, die im Zuge der EU-KWK-Richtlinie von 2004 von den Regierungen in Brüssel abgeliefert werden mussten.

Acht Projektpartner aus ganz Europa arbeiten seit Mitte 2012 an der Entwicklung von nationalen KWK-Roadmaps für alle EU-Mitgliedsländer. Zusätzlich sollen die vorliegenden Potenzialanalysen um Studien zu Bioenergie- und Mikro-KWK ergänzt werden. Für Deutschland beteiligt sind die Berliner Energieagentur und das vom Verfasser geführte Beratungsbüro „KWK kommt UG“, das Feder führend ist bei der Entwicklung von Roadmaps für Deutschland, die  Skandinavischen Ländern und Österreich.  

Expertenworkshop erörtert Roadmap-Entwurf

Am 9. September trafen sich im Bundesumweltministerium 30 Vertreter aus Bundes- und Landesministerien, Verbänden, Unternehmen und Wissenschaft zu einem Expertenworkshop. Gegenstand war der als vorläufiges Ergebnis einer Vielzahl von Diskussionen und Experteninterviews vom Verfasser dieses Artikels präsentierte Entwurf einer KWK-Roadmap für Deutschland. Deren Leitfragen sind: was sind die Potenziale und Hemmnisse, wie kann man letztere beseitigen und was sollte sonst noch geschehen, um die KWK-Potenziale umzusetzen?

In dem Bericht der Bundesregierung an die EU-Kommission von 2007 war, gestützt auf ein Gutachten, ein wirtschaftlich möglicher KWK-Stromanteil von 57% an der Stromerzeugung ausgewiesen worden. In Anbetracht dessen nimmt sich das Ziel des Roadmap-Entwurfs, den KWK-Stromanteil von derzeit  ca. 16% bis 2030 auf ca. ein Drittel zu steigern, geradezu bescheiden aus. Dies wäre auch kompatibel mit dem Ziel der Energiewende, bis 2030 den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien  auf 50% zu erhöhen, zumal 30% der KWK-Brennstoffe bis dahin aus nachhaltig gewonnener Biomasse stammen sollen. Um diesen Bioanteil an KWK-Strom zu erreichen, ist es erforderlich, dass die Bioenergie einen Anteil von 31 % des Brennstoffs der neuen und modernisierten Anlagen stellt, 69 % kommen aus Erdgas. Kohle hat, mit Blick auf die Klimaschutzziele, bei neuen und modernisierten Anlagen keine Zukunft mehr. 27% des KWK-Stromzuwachses gehen auf Modernisierungen und Ersatz alter KWK-Anlagen zurück, die zumeist vor 1990 errichtet wurden und praktisch alle mit Kohle betrieben wurden. Insgesamt werden durch die Kombination aus Effizienzgewinn mittels Umstellung auf  KWK und den Ersatz von Kohle durch Erdgas und Bioenergie 119 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Das sind beachtliche 33 % der Emissionen des Energiesektors und 16 % an den gesamten energiebedingten CO2-Emissionen. Mehr als der gesamte Ausstoß der Industrie!

Doch um dorthin zu kommen, müssen zunächst einige Hemmnisse überwunden und Weichen neu gestellt werden.

Informationsdefizite

Als ein zentrales, aber bisher kaum bewusst wahrgenommenes Hemmnis wird in der Roadmap die eigentlich triviale Tatsache identifiziert, dass KWK-Lösungen technisch, wirtschaftlich und hinsichtlich der rechtlichen Einsatzbedingungen komplexer sind als Nur-Heizen oder Nur-Stromerzeugen.  Ihre Vorteile liegen nicht von vorneherein auf der Hand, sondern sind erst auf den „zweiten Blick“ ersichtlich. Daraus resultiert ein vergleichsweise höherer Informationsaufwand, um potenziellen Nutzern und Multiplikatoren Funktion und Vorteile zu erklären. Ebenso ergibt sich ein spezifisch hoher Anspruch an Knowhow bei Herstellung, Planung und Rechtsrahmen. Letztlich resultiert aus der Abstraktheit und Komplexität ein allgemeiner Mangel an Bewusstsein über KWK-Vorteile und -Lösungen in allen Einsatz-Bereichen.

Mangelhafte Attraktivität und Sicherheit für neue Heizkraftwerke in der Energiewirtschaft

Die Wirtschaftlichkeit der KWK  ist in den Vor-Ort-Installationen in der Regel gut.  Im Energiesektor allerdings bietet die Rendite von BHKW und Heizkraftwerken derzeit keine ausreichenden Anreize für Neuinvestitionen, da hier der erzeugte KWK-Strom unmittelbar gegen extrem niedrige Preise an der Strombörse konkurriert. Die Gründe für die niedrigen EEX-Strompreise sind in erster Linie in den extrem niedrigen CO2- Preisen im Emissionshandel zu sehen. Die umweltpolitische Intention, kohlenstoff-intensive Stromproduktion zu verdrängen, wird durch die dadurch  möglichen niedrigen Betriebskosten der Stromerzeugung in konterkariert.

Im Ergebnis verpufft der positive Impuls aus dem KWKG 2012 im Bereich mittlerer und großer Anlagen, deren Stromerzeugung unmittelbar gegen die Strombezugskosten an der EEX konkurriert.

Hemmendes Regelungsumfeld

Die KWK ist mit ihren vielfältigen Einsatzbereichen von einer besonders großen Zahl an gesetzlichen Vorschriften und sonstigen Regelungen tangiert, die auf konventionelle Wärmeerzeugung in Zentral- oder Einzelheizungen bzw. üblichen Strombezug der Verbraucher aus dem Netz der allgemeinen Versorgung ausgelegt sind. Dies betrifft insbesondere das Recht der Wohnungswirtschaft (Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht, …), aber auch den Anschluss an das Stromnetz, Netzentgelte sowie einkommens- und umsatzsteuerliche Fragen.

Strategische Konsequenzen und sonstige Herausforderungen

Aus der Hemmnisanalyse ergeben sich für die KWK-Roadmap folgende strategische Konsequenzen:

(1)    Information und Knowhow zu KWK stärken

(2)    Wirtschaftliche Anreize verstärken und die Investitionssicherheit erhöhen

(3)    Realisierung von KWK durch Energiedienstleistungen (Contracting) stärken

(4)    Regelungsumfeld und Förderung anpassen

Bei der Konkretisierung der KWK-Roadmap sind  als weitere Herausforderungen die übrigen Ziele der Energiewende wie Ausbau erneuerbarer Energien bei hoher Versorgungssicherheit und Senkung der CO2-Emissionen um mindestens 80% bis 2050 zu beachten. Außerdem muss die neue Europäische Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt  werden. Mit Blick auf eine erfolgreiche KWK-Roadmap ist zu fordern, dass die Spielräume bei der Umsetzung KWK-relevanter Verpflichtungen aus der Richtlinie anspruchsvoll interpretiert und als Impuls zu ambitioniertem Handeln genutzt werden.

Sieben konkrete Maßnahmen

Das Roadmap-Konzept schlägt schließlich 7 Maßnahmen vor,  die ab 2014 zügig umgesetzt werden sollten:

(1)    Start einer langfristig angelegten  Informationskampagne über KWK, gemeinsam getragen von Bundesregierung und tangierten Verbände  mit Unterstützung der interessierten Unternehmen.

(2)    Schulungs- und Zertifizierungsprogramme zu KWK für Planer, Installateure und Berater

(3)    Anpassung von KWKG und EEG: bei den nächsten Novellierungen von KWKG und EEG im Jahre 2014 sind für den Bereich der öffentlichen Versorgung  zusätzliche Anreize  und  flankierend die Schaffung von Investitionssicherheit erforderlich, um das Ziel eines 25%-KWK-Anteils an der Stromerzeugung bis 2020 zu erreichen. Dazu sollte das klassische Effizienz-Ziel verknüpft werden mit dem Ziel Versorgungssicherheit, d.h. der Sicherstellung jederzeit ausreichend verfügbarer Erzeugungskapazitäten. 

Flankierend sollten mit Blick auf die Erfahrungen der letzten Jahre mit unwägbaren Strom- und Gasmarktpreisen spekulative Elemente in den Investitionsentscheidungen durch einen Anbindung der Zuschlagshöhe  an einen Wirtschaftlichkeitsindex neutralisiert werden.

(4)    CO2-Grenzwerte für neue Heizsysteme:  auf Bundesebene sollten bundesweit verbindliche Grenzwerte für die CO2-Emissionen in Kilogramm CO2 pro kWh Nutzwärme bei neuen und modernisierten Heizsystemen eingeführt werden. Diese Grenzwerte müssten dann relativ schnell schon in den nächsten Jahren gegen Null abgesenkt werden, da ansonsten das Ziel einer Senkung der CO2-Emissionen im Raumwärmebereich um mehr als 80% bis 2050 nicht erreichbar ist. Dabei würde die Unverzichtbarkeit eines schnellen Umbaus auf KWK transparent, denn nur so können wegen der Gutschrift für Kohlestromverdrängung bezogen auf die erzeugte Wärme negative Emissionen erzielt werden .

(5)    Kommunen zu standardisierten Versorgungskonzepten verpflichten: das Momentum  der EU-Energieeffizienzrichtlinie sollte für die breite Realisierung kommunaler Wärmepläne genutzt werden. Es wird vorgeschlagen, eine Verpflichtung der Städte zur Erstellung von vereinfachten, standardisierten Wärmekonzepten einzuführen.  Dies würde die mit einem massiven KWK-Ausbau verbundenen wirtschaftlichen Vorteile für die Kommunen, Haushalte und Unternehmen  transparent machen.

(6)    Stärkung des KWK-Ausbaus durch Contracting: Gleichstellung von Contractingstrom mit Eigenerzeugung und staatliche „Hermesbürgschaften“ für KWK-Contracting.

(7)    Regelungsumfeld systematisch anpassen: in einem speziellen Arbeitskreis „Regelungsumfeld“ werden unter Beteiligung der jeweils tangierten Ministerien und Verbände die KWK-hemmenden Regelungen im Einzelnen identifiziert  und sachgerechte Lösungen empfohlen.

Schaffung einer dauerhaften Arbeitsgruppe KWK zur Konkretisierung und Begleitung der Roadmap

Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind sehr weitreichend und erfordern eine weitere Diskussion  und Konkretisierung. Es wird vorgeschlagen, hierzu unter Federführung  der Bundesregierung und Beteiligung der tangierten Verbände und Wissenschaftler eine Arbeitsgruppe KWK zu bilden. Sie hätte den Auftrag, konkrete Vorschläge für Politik und Wirtschaft zu erarbeiten.

Feedback und Diskussion im Expertenworkshop am 9.9.13

Wie bereits in den vorausgegangenen Experteninterviews wurden die Vorschläge erwartungsgemäß teils mit Wohlwollen, teils mit vorsichtiger Zurückhaltung, teils mit Skepsis hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit aufgenommen. Die konstruktive rege Diskussion zeigte jedenfalls deutliches Interesse. Von einigen Verbänden wie auch vom Umweltministerium NRW wurde ausdrückliche Unterstützung des Kernvorschlags zur Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe KWK bekundet. Dass diese ohne eine signalgebende Beteiligung der  Politik nicht das notwendige Gewicht als Berater für die maßgeblichen politischen Instanzen und Wirtschaft würde entwickeln können, war unumstritten klar. Ebenso wohl auch wie die Einschätzung, dass hierbei der Ausgang der Bundestagswahl eine wesentliche Rolle spielen könnte.

Ein Bericht über den Workshop einschließlich Diskussionsvorlage, Präsentationen und Dokumentation der Diskussionen ist auf der CODE2-Projekt-Webseite verfügbar: http://www.code2-project.eu/national-workshops/.

21.09.2012

German CHP Policy and Market

In a COGEN Europe webex conference on September 20 Adi Golbach gave this presentation on the German CHP policy.

18.07.2012

CODE 2 - Neue Initiative zur Entwicklung der KWK-Potenziale in Europa

Bis Ende 2014 sollen unter Federführung des Europäischen KWK-Dachverbandes COGEN Europe und mit finanzieller Unterstützung der EU-Kommission Europaweit Fahrpläne für die Umsetzung der KWK-Potenziale in den Mitgliedsländern erarbeitet werden.Dazu wurde am 1. Juli das Projekt CODE 2 (Cogeneration Observatory and Dissemination Europe 2) gestartet.

Die neue Initiative wird auf den Erfahrungen des voraus gegangenen CODE-Projekts (www.code-project.eu ) aufbauen. Die Fahrpläne sollen in enger Interaktion mit den wichtigsten Interessengruppen (Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft) erarbeitet  werden. Das Projekt wird auch die Implikationen  der neuen Energieeffizienz-Richtlinie (EED) untersuchen und eine Interpretation für die Umsetzung in nationale Gesetze entwickeln. Auf Ebene der Mitgliedstaaten soll versucht werden, Koalitionen für KWK  unter Einbezug  der Industrie, politischer Entscheidungsträger und Interessengruppen zu bilden.

Zum Projektkonsortium gehören neben COGEN Europe der Griechische KWK-Verband HACHP, das Jožef Stefan Institute (Slovenien), die Federazione delle associazioni scientifiche e techniche (FAST, Italien), COGEN Vlaanderen (Belgien) und Energy Matters (Niederlande). Deutschland ist durch die Berliner Energie Agentur und KWK kommt zweifach vertreten.

Zur Presseinformation von COGEN Europe.

 

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Letzte Änderung: Wednesday, 13.12.2017-
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